< Grundlagentraining für den Nachwuchs

14.11.17 14:37 Alter: 6 Tage
Von: Angela Andree / Fotos: Klaus Büchter


„Spazieren gehen und Gartenarbeit reichen nicht aus …“

„TRAINIERT ÄLTER werden mit JUDO“


Praxis-Workshops

Die Teilnehmer

Alexander von der Groeben

Frank Wieneke

Ralph Akoto

Andreas Kleegräfe

„Spazieren gehen und Gartenarbeit reichen nicht aus, um einen Trainingsreiz zu setzen“ (Zitat Temming/Mähler)

Es war eines von vielen Zitaten in einem humorigen und geistreichen Impulsreferat von Frank Wieneke zum Thema „TRAINIERT ÄLTER werden mit JUDO“. Der Nordrhein-Westfälische Judo-Verband lud zum dritten großen Aktionstag nach 2013 und 2015 in die Sportschule Hennef/Sieg ein.

Die Moderation lag wie in den Jahren zuvor in den bewährten Händen von Ex-Europameister Alexander von der Groeben, der sich besonders erfreut zeigte seinen ehemaligen Nationalmannschaftskollegen und Olympiasieger Frank Wieneke begrüßen zu können. Nach seiner aktiven Judo-Karriere war Frank Wieneke viele Jahre als Bundestrainer tätig und feierte große Erfolge mit u. a. Weltmeister Florian Wanner, Olympiasieger Ole Bischof und Vize-Weltmeister Andreas Tölzer, bevor er Leiter der Trainerakademie in Köln wurde.

Dass „Aktivität sowie trainiert sein und bleiben“ eine große Rolle in seinem Leben spielt, untermalte Frank im Laufe seines Vortrages mit verschiedenen Bildern und Zitaten - „Es ist nicht so, dass einige Menschen mehr Willenskraft haben als andere. Einige Menschen sind bereit, Dinge anders zu tun, andere nicht.“ (James Gordon). Die Motivation, den Ansporn zum Training und zur Bewegung im Alltag muss der Mensch von sich aus wollen. Viele gute Tipps und motivierende Gedanken gab Frank den anwesenden Judokas mit auf dem Weg - auch die erfahrenen und „älteren“ Judokas konnten so noch viele Ideen aus dem Vortag mitnehmen.

Nach 2013 konnte in diesem Jahr erneut Dr. med. Ralph Akoto für einen Vortrag aus medizinischer Sicht gewonnen werden. Unter dem Motto „Alter schützt vor Training nicht!“ präsentierte Ralph unterschiedliche positive Auswirkungen von körperlicher Aktivität im Alterungsprozess und auch bei diversen Erkrankungen. Insbesondere die konditionellen Komponenten Kraft und Ausdauer sowie die Koordination sind im Judo wesentlich. Dass sie anders und altersgemäß trainiert werden müssen im Vergleich zum Jugendalter und Wettkampf-Judo ist Voraussetzung, ansonsten gibt es aber keinen Grund warum man nicht mit JUDO alt werden kann.

Untermauert wurde die Aussage in der anschließenden Diskussionsrunde, an der zusätzlich zu den Rednern noch der NWJV-Vizepräsident und Lehrwart Andreas Kleegräfe sowie Meike Ahrenhold aus Hannover und Manfred Zöllner aus Hünxe teilnahmen. Hier hatten die teilnehmenden Judokas des Aktionstages wieder die Möglichkeit sich an der Diskussionsrunde, die von Alexander von der Groeben geleitet wurde, zu beteiligen.

Nach der Mittagspause luden verschiedene Praxis-Workshops zum Mitmachen ein. Erstmalig wurden drei Workshop-Phasen mit jeweils drei unterschiedlichen Angeboten offeriert. Die Praxis-Phasen dauerten jeweils 50 Minuten an, 10 Minuten blieb Zeit zum Wechseln. Die Nachfrage war bei allen Workshops gut und es war toll zu sehen, wie alle Judokas miteinander trainierten und sich bewegten. Ein Dank gilt an dieser Stelle den Referenten, die motiviert und engagiert die Inhalte an eine bunt gemischte Gruppe vermittelten.

Es traf eine große Vielfalt beim dritten Aktionstag aufeinander - erwachsene Neu- und Wiedereinsteiger auf aktive Wettkämpfer, Judokas im Alter von 26 bis 86 Jahren, Frauen und Männer, Weißgelbgurt- auf 7. Dan-Träger. Aber auch das ist sicher eine Besonderheit im Judo, die es gilt zu bewahren und die an die beiden Prinzipien von Jigoro Kano „Bester Einsatz von Geist und Körper“ sowie „Gegenseitiges Helfen zu beiderseitigem Wohlergehen“ erinnern.

Der NWJV bedankt sich an dieser Stelle bei Allen, die zum Gelingen des großen Aktionstages im Rahmen des Programms „Bewegt ÄLTER werden mit JUDO!” beigetragen haben und bedankt sich für die Unterstützung des Landessportbundes NRW und des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW.